Fließendes Wasser fotografieren | So gelingt es

So kannst du fließendes Wasser fotografieren

Gerade hatte ich mein altes 3-Bein-Stativ wieder entdeckt und überlegt, doch endlich mal wieder ein paar Versuche mit meiner Nikon D7200 Langzeitbelichtungen bei Wasserfällen und der Milchstraße zu machen. Doch leider hat das alte, wackelige Stativ den Geist auf den Azoren aufgegeben.

Sozusagen etwas Sand im Getriebe ;) – Kurzer Hand musste ich mich dann also nach einer Alternative umschauen. Doch einfach in den Laden gehen oder beim Onlineshop deiner Wahl einfach drauf loskaufen ist das nicht. Auch beim Kauf im Stativ gab es einige Sachen zu beachten. Was im einzeln dazu geführt hat, dass ich mir das Rollei C5i Stativ in Metalic-Orange *  zugelegt habe, erkläre ich euch bald in einem anderen Post.

Es gibt meines Erachtens nichts Schlimmeres, als ein unhandliches Stativ, was bockig ist, klemmt und einfach nur nervt. Daher rate ich euch dazu, kauft lieber ein vernünftiges Stativ, mit dem ihr auch in unwegsamen Gelände unterwegs sein könnt, ohne dass es euch Stört und auch vom Gewicht her passabel ist. Denn ein Stativ ist unerlässlich in der Langzeitfotografie. Gerade für fließendes Wasser ist es wichtig, dass man direkt am oder auch im Wasser ruhig halten muss und mehrere Sekunden lang belichten muss. Daher investiert hier in ein Stativ, das eure Kamera halten kann und auch gleichzeitig stabil genug im Wasser stehen kann, selbst wenn das Wasser an ihm “rüttelt”.

Sicherheit geht vor!

Immer wieder stelle ich fest, dass sich alle Gedanken um die Kamera und das ganze Equipment machen. Doch vergesst aber bitte nicht, auch an eure Sicherheit zu denken. Gutes und festes Schuhwerk solltet ihr immer dabei haben, wenn ihr vorhabt, in unwegsames Gelände zu besuchen. Wasserfälle haben oft steile Böschungen, die man erst hinunter oder hinauf klettern muss. Wäre doch schade, wenn das tolle Foto nur wegen ungeeigneten Schuhen nicht geschossen werden kann oder ein Ausflug in einer Schlucht im Krankenhaus endet. Daher denkt dran auch daran, bevor ihr in eine Schlucht oder Klamm wandert, dass hier oft kein Mobilfunkempfang möglich ist. Sagt daher anderen Leuten vorher Bescheid, dass ihr dort Unterwegs seid.

Verwende ND-Filter für Belichtungen bei Tag

Damit Du auch bei Tageslicht einen Fluss oder einen Wasserfall mit einer Langzeitbelichtung fotografieren kannst, brauchst Du lange Verschlusszeiten. Du hast nun die Möglichkeit, die Blende weit zu schließen (mehr als F11). Aber damit kommst Du je nach Lichteinfall auch nur auf 2 bis 3 Sekunden Belichtungszeit. Wenn Du länger Belichten musst, weil du zum Beispiel Wasser schön weichzeichnen magst, musst Du schon auf eine Belichtungszeit von mindestens 5 – 10 Sekunden kommen. Damit Du das erreichen kannst, kannst Du sogenannte ND Filter nutzen. Je nach Filtergewinde Deines Objektivs gibt es auch praktische Sets. Ich habe mich damals für das Filter-Set Haida ND Filter * entschieden. Damit sind all die Langzeitbelichtungen von Wasserfällen aktuell entstanden.

Schau dir dein Motiv an. Passt es noch? – Gefällt es dir? Wenn ja, dann kannst du nun schauen, welche Belichtungszeiten dir deine Kamera empfiehlt. Oftmals kommen Werte wie 1/30 bei 100 ISO raus. Nimm bitte immer bei Langzeitbelichtungen ISO 100 als Basis. Diese beiden Werte brauchen wir gleich in der App ND-Filter Expert (Download siehe oben). Merk dir die Werte und setz nun deinen ND-Filter 64 auf dein Objektiv. Pass aber auf, dass du weder deine Kamera verwackelst oder aus versehen am Fokus rumspielst. Der ND-Filter 64 blendet deine Kamera um 6 Stufen ab. Damit ist es richtig Dunkel und du kannst dann nicht mehr manuell fokussieren!

Nun nimm die App und stell einfach die Werte ein, die du zuvor gemessen hast. In Zeile 1 zum Beispiel 1/30 und bei ND-Filter „ND64 6 Stops“. Nun bekommst du die Zeit angezeigt, die du Belichten musst. Ist der Wert zu gering (kleiner als 10 Sekunden), solltest du evtl. einen zweiten ND-Filter zusätzlich aufschrauben. Ich nutze dafür dann immer den mitgelieferten ND 8 Filter. Wenn du beide nutzen möchtest, musst du dann nur Rechnen 8 * 64 = 512. Nun brauchst du nur noch „ND512 9 Stops“ in der App auswählen und bekommst statt 2 Sekunden Belichtungszeit 17 Sekunden (bei 1/30 als Beispiel) raus. Das wäre optimal.

Nun mach dein Foto und hab viel Spaß damit.

Tipps zur Kamera-Einstellung

Damit du einen schnellen Start in die Langzeitbelichtung mit fließendem Wasser machen kannst, kann ich dir folgende Kameraeinstellungen empfehlen, mit denen du noch keine Filter benötigst.

  1. ISO 100
  2. Verschlusszeit: 4 Sekunden
  3. Blende f/22

Dann alles auf einem Stativ und los gehts !
Viel Erfolg

Kleine Abdeckung schützt vor Licht im Sucher
Sicherer Griff beim Stativ Rollei C5I mit Griff-Polstern

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